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Kurzfassung Debarking Head II

Entwicklung und Bewertung von Logistikketten bei Einsatz von entrindenden Harvesterfällköpfen (Debarking Heads II)

Das Projekt ist ein Verbundvorhaben der beiden Projektpartner: Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Projektlaufzeit: 01.01.2018 - 31.12.2019

Projektleitung KWF: Prof. Dr. Ute Seeling
Projektmitarbeiter KWF: Bernd Heinrich; Jochen Grünberger

Projektleitung HSWT: Prof. Dr. Stefan Wittkopf
Projektmitarbeiter HSWT: Joachim B. Heppelmann

Innerhalb des Projektes „Debarking Head I“ (Laufzeit von 01.09.2014 bis 31.12.2017, FKZ: 22012214) wurde die technische Machbarkeit der Nutzung von technisch modifizierten Harvesterfällköpfen unter mitteleuropäischen Waldverhältnissen getestet und nachgewiesen. Einer der erfolgreich auf mitteleuropäische Verhältnisse adaptierten Debarking-Head-Prototypen wurde einem breiten Fachpublikum auf der KWF-Tagung, dem größten Forsttechnik-Event in 2016, in einem eigenen Exkursionspunkt vorgestellt.

Dabei wurde deutlich, dass für das entrindete Rundholz eine von heutigen Verhältnissen abweichende Logistikkette erforderlich wird, deren Chancen und Risiken zu bewerten sind. Das Ziel des Projektes „Debarking Head II“ ist die Konzeption, Umsetzung und Evaluierung sowie Optimierung der gesamten Logistikkette für das von Harvestern entrindete Rundholz.

Entrindetes Rundholz weist ein deutlich geändertes Gewicht auf. Beim Transport werden daher positive Effekte auf die Transportlogistik, gleichzeitig aber ein höherer Aufwand aufgrund der glatten Stammoberflächen erwartet. Für die abnehmende Holzindustrie ist außerdem die Qualität des entrindeten Holzes relevant, da mit zunehmender Lagerungsdauer Qualitätsverluste nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird innerhalb der Projektlaufzeit durch Lagerversuche eine Dokumentation der Qualität erfolgen (Pilzbefall, Rissbildung etc.).

Die erwarteten finanziellen Vorteile in der Logistikkette können darüber hinaus ein wichtiges Argument sein, um die Akzeptanz beim Verkauf von im Wald entrindetem Rundholz langfristig zu steigern.

Auf dieser Basis werden – unter Berücksichtigung der Anforderungen der spezifischen Abnehmer – Logistikketten für entrindetes Rundholz konzipiert.

Aufgrund der zahlreichen Nachfragen aus dem Bereich Waldschutz, die im Laufe von Debarking Heads I an das Projektkonsortium herangetragen wurden, soll dieses Thema, das in Debarking Heads I nachrangig war, ebenfalls untersucht werden. Hierzu werden Logistik und Entrindungsstudien durchgeführt, um das Entrindungsverfahren bei Käferholz mit den untersuchten entrindenden Harvesterfällköpfen für die Praxis explizit empfehlen zu können.

Zielsetzung:

Gesamtziel ist, nach Abschluss des Projektes der Forst- und Holzwirtschaft:

  • Verfahrensempfehlungen für die einzelnen Schritte der Logistikkette für alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette Holz zu geben, die auf den zuvor erfolgten ökonomischen und ökologischen Analysen, sowie deren Bewertung basieren
  • den Absatz von im Wald entrindetem Rundholz zu stärken und
  • eine Strategie für die Bekämpfung des Borkenkäfers in diese Prozesse einzugliedern, damit Debarking Heads in Deutschland zukünftig langfristig Einsatz finden.

Vorgehen:

Im Projekt werden in konkreten Fallstudien die Logistikketten für vom Harvester entrindetes Rundholz konzipiert und bewertet. Ausgangspunkt dieser Analysen sind die abnehmenden Holzindustrien. Ökoeffizienzbetrachtungen werden Aspekte umfassen wie:

  • die geringeren Transportgewichte der Stammabschnitte beim Rundholztransport
  • die Relevanz der den Sägewerken fehlenden Rindensortimente
  • die verminderten Feinstaubemissionen bei der energetischen Nutzung
  • die reduzierten Aschegehalte von Scheitholz und Hackschnitzel ohne Rinde.

Folgende Arbeitspakete werden im Rahmen des Projektes Debarking Head II untersucht:

  • Entwicklung von Logistikketten für Nadelhölzer nach Harvesterentrindung, Erfassung der Mehr-/Minderleistung, Ermittlung der Gesamtkosten für die Systeme (Ernte, Rückung, Transport).
  • Wirtschaftlicher Vergleich von Harvesterentrindung im Bestand, mobiler Entrindung an der Waldstraße und stationärer Entrindung im Werk des Holzabnehmers.
  • Wirtschaftliche Auswirkungen auf die Holzlogistikkette und Potentiale in der Kraftstoffeinsparung durch Gewichtsreduktion.
  • Akzeptanzanalysen bei den Abnehmern von entrindeten Stammabschnitten (Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Sägeindustrie) und Abschätzung der Möglichkeiten der Vermarktung der neuen Sortimente.
  • Bewertung der reduzierten Feinstaub- und Aschegehalte bei energetischer Nutzung von entrindetem Energieholz (Scheitholz und Hackschnitzel).
  • Abschätzung der Potentiale der neuen Arbeitsverfahren in der Borkenkäferbekämpfung und –prophylaxe in Fichtenbeständen durch gezielte Lagerung der Sortimente von nicht/befallenen Bäumen.
  • Anlage von langfristigen Untersuchungen zur Zersetzungsgeschwindigkeit und -qualität der im Wald verbleibenden Rindenhaufen.

Mit Abschluss des Projektes soll jeder Beteiligte in der Wertschöpfungskette Holz somit die Entrindung als möglichen Prozessschritt für sich bewerten können, um auf eine Entscheidungsgrundlage für den Einsatz der Debarking Heads zurückgreifen zu können.

Präsentiert wird das Projekt auf der diesjährigen Interforst in München vom 18. bis 22. Juli 2018.

Link zu weiterem Filmmaterial (youtube): https://www.youtube.com/watch?v=T4tKIvNBwzU&t=78s

 

Projektsteckbrief

Debarkig Heads

Projektlaufzeit
01/2018 bis 12/2019

Projektpartner hswt logoKWF Logo Schrift 80pxProjektförderung
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), gefördert (Förderkennzeichen 22013213 und 22012214).

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